IFIP 2018 in Pozna – Verantwortungsvolle Datenwissenschaft in einer dynamischen Welt

Hand auf einer Tastatur vor einer Wolke binärer Zahlen
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Die IFIP 2018 in Pozna steht vor der Tür, ein guter Zeitpunkt sich über seine Daten Gedanken zu machen. Big Data und die Analyse der enormen Datenberge, die wir alle in zunehmendem Maße produzieren, sind einer der Megatrends der letzten Jahre. Ob in Industrie, Wissenschaft oder Journalismus, die Untersuchung und Betrachtung von Daten durch Menschen, Algorithmen und Computer wird immer wichtiger. Insbesondere die Automatisierung dieser Analysen durch Software, wirft aber auch Probleme auf.

Keynote beim IFIP Congress im September

Am 18. September 2018 wird der niederländische Informatiker Wil van der Aalst die Keynote „Responsible Data Science in a Dynamic World“ beim IFIP World Computer Congress in Poznan (Polen) halten. Thema der Keynote wird eben der Balanceakt sein, den Informatiker im Speziellen, aber auch die Gesellschaft im Ganzen in Bezug auf Big Data vollführen müssen. Die Vorteile der massenhaften, automatisierten Analyse von Daten müssen in Relation zu den Nachteilen gesehen werden. Wie kann vermieden werden, dass Computer unsere Vorurteile und Biases in ihre Auswertungen übernehmen? Können Big Data Analysen Diskriminierung befeuern?

Verantwortungsbewusster Umgang mit Daten

Aus dem Blickwinkel der „Responsible Data Science“ wird van der Aalst die Aspekte Fairness, Genauigkeit, Vertraulichkeit und Transparenz betrachten. Diese unter dem Kürzel FACT (Fairness, Accuracy, Confidentiality, Transparency) zusammengefassten Herausforderungen der heutigen Daten-Wissenschaft, beschäftigen die Kongressteilnehmer auch über die Veranstaltung hinaus. Denn in der Tat haben viele Menschen inzwischen das Gefühl, von Algorithmen und Computern kontrolliert zu werden. Ob bei der Schufa-Abfrage, Werbeanzeigen im Internet oder sogar der Entscheidung, ob sie einen Job kriegen oder nicht. Diese Sorgen ernst zu nehmen und Lösungen zu finden, die ein gesundes Gleichgewicht zwischen den Interessen der verschiedenen Parteien ermöglichen, wird Ziel des Vortrags sein. Van der Aalst, der seit Anfang 2018 an der RWTH Aachen lehrt, beschäftigt sich selbst viel mit Prozess- und Workflow-Management und kennt insofern die theoretischen und praktischen Vorteile massenhafter Datenauswertung. Dass er sich in seinem Vortrag nun vor allem mit dem verantwortungsbewussten Umgang mit (vor allem persönlichen) Daten auseinandersetzt, zeigt, dass die diesbezüglich in den letzten Jahren und Jahrzehnten entstandenen Herausforderungen dem akademischen Betrieb nicht verborgen geblieben sind.

Neben der Frage wie Datamining (zunehmend auch unter Anwendung moderner KI-Technologien auf Basis neuronaler Netzwerke) daran gehindert werden kann, menschliche Fehleinschätzungen und Missinterpretationen von Daten noch zu verstärken, geht es also auch darum, wie die immer komplexeren Algorithmen und Datenbestände, der Gesellschaft transparent offengelegt und erklärt werden können. Dabei muss zugleich sichergestellt werden, dass tatsächlich das ganze System verständlich erklärt wird, andererseits aber jegliche persönlichen Daten bis zur Unkenntlichkeit anonymisiert werden. Ein weiteres Spannungsfeld, dass van der Aalst im Rahmen seines Vortrags thematisieren wird. Dabei wird er in gewohnter Manier vorwärtsdenkend auftreten und Anstöße darstellen und geben, die zu technischen Lösungsansätzen anregen, statt einfach nur den Status Quo zu beklagen.

Die Zukunft der Data Sciences

Van der Aalst gilt als Experte für Process Mining, womit Datamining innerhalb von digital abgebildeten Geschäftsprozessen gemeint ist. Mit dieser Technik werden schon heute Business-Prozesse optimiert und Zusammenhänge erkannt, die dem Menschen ohne Software-Unterstützung oftmals verborgen geblieben wären. Van der Aalsts Erfahrung im Umgang mit der Technologie erlaubt ihm tiefe Einblicke in die gegenwärtige Entwicklung der Datenwissenschaften, sodass seine Überlegungen zu den genannten Problemfeldern nicht bloß die heute verfügbare Technik behandeln, sondern vor allem auch die Technologien der Zukunft. Ein spannender Vortrag ist also zu erwarten.

Frau im Hintergrund vor vielen Zeilen Programmiercode

IFIP – die International Federation for Information Processing

Die IFIP mit Sitz in Österreich ist einer der größten und wichtigsten Informatik-Verbände der Welt. Sie fungiert als Dachverband für mehr als 50 nationale Informatikverbünde und ist der UNESCO angegliedert. Bereits seit 1960 koordiniert die IFIP die internationale Zusammenarbeit von Informatikern an Universitäten und Bildungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Die Wechselwirkung zwischen Computertechnologie und Gesellschaft war dabei für die teilnehmenden Verbände von Anfang an ein wichtiger Aspekt der Arbeit.

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