Bundesgerichtshof prüft Schummelsoftware für Spiele

Bundesgerichtshof prüft Schummelsoftware für Spiele
Spiele

Wer Lust hat zum Wetten, hat Lust zum betrügen, heißt es doch so schön. An dieser Aussage ist natürlich stets was dran, denn wer den Ausgang einer Wette bereits im Vorfeld kennt, will sich auf Kosten anderer einen Vorteil verschaffen. Doch nicht nur beim Wetten kann man gewisse Umstände ausnutzen, welche gegeben sind. Selbst beim Gaming gibt es schon seit Anfang der 1990er-Jahre verschiedene Möglichkeiten, wie man beispielsweise Handlungsabläufe innerhalb von Spielen zu seinen Gunsten lenken sowie beeinflussen kann.

Schummelsoftware für Spiele: Womit alles anfing

Spieler die bereits über 35 Jahre alt sind werden sich noch an verschiedene Programme, wie den ein oder anderen Hex-Editor erinnern. Mithilfe von diesem konnte man vor rund 20 Jahren verschiedene Savegames von Spielen editieren. Mit so einem Programm konnten Befehlszeilen ausgelesen und verändert werden, das Ganze war in der Regel durch Blöcke und Hexadezimal Adressen aufgeteilt. Einfach mal einen Wert von 0022 auf 9999 oder FFFF setzen, schon hat man unendlich viele Leben, Munition oder Energie besessen.

Dies ist nur eins von vielen Beispielen, wie man in den 90ern Spiele überlisten konnte. Wenn ein Level also nicht so leicht zu schaffen war, wusste man sich damals, wie auch heute zu helfen. In der Gegenwart gibt es immer noch Programme, mit denen man betrügen beziehungsweise cheaten kann. Sich Tricks anzueignen und zusätzliche Funktionen freizuschalten, ist also immer noch nicht aus der Mode gekommen. Das Thema ist in der Gaming-Welt immer noch ein Tabu, denn wer als Cheater gilt, wird nicht so gern gesehen.

Schummelsoftware für Spiele: Unklare Lage

Bisher ist jedoch nicht klar, ob das alles so koscher und legal ist, was die Cheat-Softwares angeht. Zumindest ist der Reiz bei vielen oft größer, einen Cheat anzuwenden, als mühsam die Lösung selbst herauszuarbeiten. Der BHG (Bundesgerichtshof) soll derzeit klären, in wie weit es zulässig ist, so eine Cheat-Software auf den Markt zu bringen beziehungsweise als Gamer zu nutzen. Sony, der Hersteller und Publisher verschiedener Playstation-Produkte, hatte vor einiger Zeit geklagt.

Dabei geht es um Schadensersatz, welchen man von den Publishern sowie Herstellern solcher Software-Produkte fordert. Auch geht es um eine Prüfung in Bezug auf die Urheberrechte, welche Sony als verletzt ansieht. Bis es zu einem Freispruch oder der Verurteilung kommt, kann es noch dauern, bis dahin ist die rechtliche Lage also weiterhin unklar.

Cheat als Bedeutung

Cheat als Bedeutung: Im Grunde heißt Cheat nichts anderes als betrügen beziehungsweise schummeln. Bei der Klage soll es um ein Spiel gehen, welches dem Renn-Segment anzusiedeln ist. Dieses wurde einst für die PS-Portable herausgebracht, welche jedoch nicht mehr hergestellt wird. Gamern wurde es mit der Cheat-Funktion ermöglicht, zusätzliche Funktionen zu nutzen. Beispielsweise konnte man den eingebauten Turbo ohne weiteren Beschränkungen für sich beanspruchen, eine Limitierung innerhalb des Spieles gab es dank des Cheats also nicht.

Auch konnte man schon anfangs Rennfahrer auswählen, welche eigentlich erst im späteren Verlauf freigeschaltet werden können, nämlich beim Erreichen einer Punktanzahl, die sehr hoch anzusiedeln ist. Sony wollte das selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen, sprich dass User Lücken sowie Gegebenheiten ausnutzen. Inwieweit finanzielle Verluste entstanden sind, muss man prüfen und nachweisen können.