Spiele spielen mit Wine 3.0 – attraktive Alternative zu Emulatoren

Ein Junge spielt ein Spiel am Computer
Linux / Debian

Wer den Luxus genießen möchte, ohne großen Aufwand Windows-Programme auf Linux-Systemen zu verwenden, hat seit einigen Jahren die Möglichkeit, auf Wine zu setzen. Wine steht anfangs für „Wine Is Not an Emulator“ und bedeutet so viel wie: Wine ist kein bloßer Nachmacher. Viel mehr geht es bei diesem ambitionierten Projekt darum, Windows Programme für Linux (und später auch für macOS) lauffähig zu machen. Der Vorteil? Im Gegensatz zum klassischen Modell (virtuelle Maschine) muss nicht das vollständige Betriebssystem für Windows installiert werden, um Zugriff auf die Programme zu erhalten. Das liegt daran, dass Windows-APIs nachgebaut werden. Derzeit befindet sich dies noch in der Anlauf- und Testphase, bietet aber bereits zu diesem Zeitpunkt eine attraktive Alternative.

Wine 3.0: Alles neu macht diese Version, 6.000 Änderungen

Bei Wine handelt es sich um ein sogenanntes Open-Source-Tool, was bedeutet, dass das Programm öffentlich gestellt wird und genutzt sowie für den eigenen Zweck bearbeitet werden darf. Meist handelt es sich bei Open-Source um kostenlose Programme, was auch bei Wine der Fall ist. Am 19. Januar 2018 erscheint nun die dritte Finalversion von Wine (noch im Dezember 2017 wurde der letzte Release-Candidate der Version 3.0 veröffentlicht). Damit erscheint das Programm ziemlich genau ein Jahr nach dem Release des Modells 2.0. Die neueste Version dürfte vor allem für Gamer verlockend sein, aber prinzipiell bringt es für alle Nutzer erfreuliche Neuerungen mit seinen gut 6.000 individuellen Änderungen. Die Entwickler bezeichnen diesen gealtigen Fortschritt selbst zurecht als „beachtlich“.

Das Bild zeigt einen Monitor, Computer und Tastatur.

Eine der bedeutensten Erneuerungen in diesem Kontext ist die Folgende: Wine 3.0 ermöglicht ab sofort die Unterstützung von Direct3D 10 und 11, wodurch die Anzahl der spielbaren Games erheblich erhöht wird. Zu verschmerzen ist, dass das Einbinden von Direct3D 12 bei der aktuellen Version noch nicht umgesetzt werden konnte, was aber spätestens beim nächsten größeren Release behoben werden soll. Positiv ist des Weiteren anzumerken, dass nun eine breitere Auswahl von Grafikkarten zur Verfügung stellt, die von einer automatischen Erkennung profitieren, was deutlich weniger Stress und mehr Komfort für alle Nutzer bedeutet. Eine letzte erwähnenswerte Änderung ist das Setzen der Standard-Kernel-Version auf Windows 7.

Die Weiterentwicklung des Tools bringt außerdem mit sich, dass Compute Shaders, Stream Output und Cube-Map Arrays unterstützt werden.

Zu erwähnen bleibt außerdem das experimentelle Unterstützen des sogenannten Command Stream von Direct3D. Diese neue Errungenschaft ist zwar noch standardmäßig einer Deaktivierung unterzogen und sorgt lediglich für das korrekte Durchführen des Rendering, soll aber in nicht all zu ferner Zukunft für weitere, erhebliche Leistungssteigerungen sorgen können.

Erfreulich für Nicht-Zocker dürfte es sein, dass nun neben Photoshop CS2 oder Lotus Notes auch einige Microsoft Office-Anwendungen auf dem Linux-Desktop ihre Anwendung finden.

Der neue Grafik-Treiber macht Android Nutzung möglich!

Die neueste Version bringt auch einen Treiber mit sich, der die Nutzung von Apps auf Android eröffnet. Somit können mobile Betriebssysteme auch für das Ausführen von Windows Programmen verwendet werden. Allerdings muss angemerkt werden, dass dies beim derzeitigen Stand lediglich im Vollbildschirm funktioniert, da die Möglichkeiten des Systems eingeschränkt sind. Diese Probleme zu beheben, steht auf der To-Do-Liste für den nächsten Veröffentlichungstermin, was mittels OpenGl-ES-Support erfolgen wird, damit Direct3D auch für Android zur Verfügung steht. Wie viel Vorteil das Ausführen von Win­dows-Apps auf kleinsten Touchscreens mit sich bringt, muss jeder Anwender für sich entscheiden.

Hand mit Handy in der Frontansicht

Wer an tiefergehenden Details interessiert ist, findet in den Wine-Release-Notes eine Liste aller Verbesserungen. Zum Download stehen die Binaries (Binärdatei; Programm ist direkt ausführbau), aber ebenso fertige Pakete für Debian, Ubuntu, Fedora, Mageia sowie macOS zur Verfügung.

Fazit zum Spiele spielen Wine 3.0

Besonders für Linux-Benutzer, die sich gerne der Nostalgie älterer Spiele aus den 2000ern hingeben möchten, ist Wine 3.0 der Schlüssel zum Erfolg: Tausende von Spielen dürften dank Wine nun auf den Linux-Systemen Einzug halten. Unter anderem World of Warcraft, Counter-Strike, Half-Life 2 und The Sims. Doch wie bei Wine üblich, geht auch bei dieser Version Probieren über Studieren: Ob ein bestimmtes Windows Programm dank der Unterstützung von Wine benutzt werden kann, muss einfach getestet werden – es sei denn, es gibt bereits Anleitungen, die von anderen Nutzern hochgeladen wurden. Wichtig ist das auch in Bezug auf die Spiele: Manche – so berichten Nutzer – laufen unter Wine deutlich schlechter, während andere wiederum mit markanten Verbesserungen Windows gegenüber auftrumpfen können (zum Beispiel: Syberia). Plant man jedoch online auf Linux zu spielen, zum Beispiel Browsergames, Online- oder Casinospiele, empfiehlt es sich, sich vorher passende Spiele-Previews durchzulesen. Hier gibt es verschiedene Portale im Internet, die sich speziell auf den Test von Anbietern oder Games spezialisiert haben. Im Browsergame Bereich ist browserspiele.fm zu empfehlen bzw. im Bereich der Casinoanbieter findet man Testberichte zu Online Casinos auf casinotest.de. Fest steht jedoch, dass mit dieser Version ein riesiger Schritt in Richtung Zielgerade gemacht wurde. Das mehrjährige Feilen und Testen der vorliegenden Wine-Version hat sich definitiv ausgezahlt. Der Aufwand, die neueste Version, über ein gutes Jahr entwickelt zu haben, wird bestimmt nicht die letzte Innovation der Wine Entwickler bleiben.

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