Retro-Spiele-Hype dank Homebrew

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Es ist ein regelrechter Hype um Retrospiele ausgebrochen. Nicht nur dass Sammler nun wahnwitzige Preise erzielen, auch Emukonsolen und Remakes von HD sind nun wieder im Umlauf. Dabei wird aber nicht nur Altbekanntes wieder aufgewärmt, auch alte Hardware wird von Nostalgikern wieder auf Hochglanz gebracht.

Retrospiele sind kein unbekanntes Phänomen

In den heutigen Tagen ist es keine neue Nachricht mehr, dass Retrospiele groß im Rennen sind. Man kann nicht mehr von einem reinen Trend sprechen, sondern von einem immanenten Teil der heutigen Spielkultur. Dennoch ist es überraschend, wenn eine bis zu vierzig Jahre alte Hardware oder Software ein derartiges Revival erlebt. Es scheint eine enorme Anziehungskraft dahinter zu stehen, wenn die alten interaktiven Games aus der Frühzeit der Spielszene zu neuem Leben gelangen.

Trend auch auf der Gamescom spürbar

Mit der Gamesscom, die seit Jahrzehnten jedes Jahr in Deutschland stattfindet, hat man, beurteilt man die Messe nach der Ausstellungsfläche und der Besucherzahl, die weltweit größte Spielemesse und Messe für Unterhaltungselektronik nach interaktiver Art. Sie ist besonders auf die Bereiche der Computerspiele und Videospiele fokussiert. Im Hintergrund ist der Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware als Träger der Messe tätig. Bisher fand die Messe in Leipzig statt, wo sie noch als Games Convention bekannt war. Es erfolgte im Jahre 2008 aber der Wechsel nach Köln. Es gibt auf der Messe sowohl einen öffentlichen Bereich für das allgemeine Publikum sowie einen exklusiven Bereich für Fachbesucher, somit Händler und auch Entwickler.

Bereits in der im August 2017 abgehaltenen Gamescom war ersichtlich, dass auf der in einer 1600 qm umfassenden Halle, bekanntlich die Halle 10, sich ein sehr großer Bereich des Events in ein Spieleparadies für Retrofans verwandelt hat. Die Halle wurde von Menschen unterschiedlichsten Alters besucht. Es gab dabei nicht nur die originalen Spielgeräte und die altbekannten Spielentwickler zu sehen (darunter waren auch Factor 5, wahre Kultentwickler aus Deutschland, oder Jon Hart der als Sensible Soccer Entwickler bekannt ist). Es hab aber nicht nur Retroware zu bestaunen, sondern auch kultige Hardware im neuen Glanz. Poly.Play bot auf dem Stand der Leipziger Retrospiele-Veröffentlicher die Möglichkeit auf alten Commodore 64 und Schneider CPCs wiederbelebte und dabei aktuelle aber traditionelle Actionspiele wie Rescuing Orc oder Golden Tail zu testen.

Aus Landau bei der Out of Order Software gab es die Chance, Abenteuer im klassischen 8-Bit-Format zu erleben und das Abenteuer-Entwicklersystem D42 mit den Profis der C64-Branche von Protovision zu vertreiben. Außerdem waren auch die Intel-Vision-Experten von Elektronik aus Italien zu Gast, die ihre lizensierte Version von Defender of the Crown, ein wahres Hype Spiel für alle Amiga-Fans, präsentierten. Dies alles ist die neue Homebrew-Szene, die im Wachsen begriffen ist und ihr Engagement mehr als Hobby versteht als professionelles Business. Der Entwickler von Amiga, Richard Löwenstein, beschreibt diese Entwicklung, die als Randerscheinung begann, als eine super Denksportarbeit und als Chance die eigenen Vorstellungen unbeeindruckt von anderen Einflüssen umsetzen zu können.

Ein alter Code neu zum Leben erweckt

Es war in der Mitte der 1980er Jahre als der ehemalige Chefredakteur von „Amiga Joker“ ganz alleine Spiele entwickelte, die einen Code zum Programmieren beinhalteten, den man nur abzutippen brauchte. Das wurde als Listing bezeichnet. Diese Listings sind dann in diversen Zeitschriften der Computerbranche erschienen. Dann wechselte der Amiga Joke-Direktor in die professionelle Profiliga indem er das Spiel Persien Gulf Inferno auf den C64 brachte. Daraufhin wurde er Technik-und Spielejournalist. Nachdem Löwenstein zum zweiten Mal im Jahre 2015 Vater geworden war, suchte er Beschäftigung für schlaflose Nächte.

Er stieß auf ein nicht fertig gestelltes Projekt, dass noch aus den 1980er Jahren stammte. Dies war ein Horizontal-Shooter, den er im Jahre 2017 mit dem Namen Reshoot veröffentlichte und zwar für die Computer Amiga 1200, CD32 und 4000. Er selbst beschreibt sich als Journalist, Gamer und Entwickler. Befragt zu seinem ersten Kontakt mit dem Gaming, beschreibt er, dass er etwa zum Ende der 1970er Jahre mit dem Spiel Pong anfing. In den 1980er Jahren hat er Spiele selbst entwickelt, hat darüber Artikel geschrieben und auch über die Menschen, die diese Spiele spielen oder sich mit der Thematik befassen. In seiner freiberuflichen Tätigkeit als Journalist teilt er nun sein Wissen in verschiedenen Print- und Onlinemedien. Er verrät, dass unter seinen Auftraggebern unter anderem Unternehmen aus der Industrie sind, die eine Expertise und eine fachliche Meinung zu den von ihnen veröffentlichen Inhalten, Spieleprototypen und Designs von Games benötigen. Er ist nun auch Mitglied in der Jury für den Deutschen Computerspielpreis und arbeitet als Berater und Gestalter bei der Neubelebung verschiedener Retrospiele mit.

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